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Mein minimalistischer Kleiderschrank

Also wie viele Kleider braucht ein Mensch?

Wer schon mal länger auf Reisen war und aus einem Rucksack gelebt hat, wird festgestellt haben, weniger als man bisher dachte.
Doch das ist nicht so ganz alltagstauglich, denn wir brauchen Kleider für verschiedene Jahreszeiten, für verschiedene Anlässe, ganz kuschligbequeme für gemütliche Stunden auf dem Sofa an Sauwettertagen. Dann noch die Kleider für die Gartenarbeit, zum Renovieren, fürs Joggen, zum Yoga, die Beerdigung, den Chorauftritt,…

Das macht sehr schnell deutlich, dass es mit zwei Hosen und zwei Pullovern wohl doch nicht getan ist.

Dennoch ist es sinnvoll, den Kleiderschrank hin und wieder durchzumisten. So mache ich das zwei mal im Jahr, einmal zu Beginn des Frühlings und dann wieder im Herbst. Irgendwie sinnvoll und seit Generationen bewährt.

Die „Ganz oder gar nicht“ – Methode kann ich Euch dabei sehr ans Herz legen. Dafür wird erst einmal die ganze Kommode (ich besitze keinen Schrank)  leer geräumt. Und wenn sie dann schon mal so jungfräulich vor mir steht, wische ich noch schnell die Schubladen aus.

Nun nehme ich jedes einzelne Teil in die Hand und entscheide, ob es bleiben darf oder ob es gehen muss.

Hier sind die 6 Gründe, warum ein Kleidungsstück nicht wieder zurück in den Schrank darf.

  1. Es ist die falsche Jahreszeit: Dicke Pullis müssen im Frühling ausziehen, genauso wie die kurzen Hosen im Herbst. Ganz einfach. Die geliebten „falsche-Saison-Klamotten“ stecke ich für die nächsten Monate in einen Umzugskarton in dem sie auf Ihren nächsten großen Auftritt warten.
  2. Es ist kaputt oder wurde so sehr geliebt und getragen, dass es einfach nicht mehr schön aussieht: endgültig weg damit.
  3. Es sei denn, man kann es durch Kürzen, Abnähen, Stopfen,… noch retten, dann kommt es auf den Flickwäschestapel in der Waschküche. Hier sammle ich, bis ein nettes Häuflein zusammen gekommen ist und hole dann mal wieder die Nähmaschine raus oder bringe es zu unseren guten Nähfee. ;o)
  4. Das Teil gefällt mir nicht mehr (im schlimmsten Fall hat es mir noch nie gefallen): Manchmal ändert sich der Geschmack, das ist OK, aber dann sollte man so ehrlich zu sich sein, dass dieses Teil einfach ein Fehlkauf war oder seine Zeit einfach gekommen ist. Hier hat man nun mehrere Möglichkeiten: Ab in die Flohmarktkiste, oder ins SecondHandKaufhaus oder in den Altkleidersack. (Oder wie wäre es mit einer Kleidertauschbörse mit den besten Freundinnen??)
  5. OK, es gefällt mir zwar total gut, aber leider nicht an mir. Es ist zu groß / zu klein: Bitte tut mir einen Gefallen. Sortiert diese Kleider aus!! Keiner muss jeden Morgen daran erinnert werden, dass der Bauch und der Bund diverser Hosen nicht kompatibel sind. Das macht nur schlechte Laune. Behaltet nur Kleider in denen Ihr euch wirklich wohl fühlt, die nicht drücken, zwicken oder rutschen.
    Für mich habe ich eine Lösung gefunden, die sich viele Jahre bewährt hat. Zu meinen dickeren Zeiten (ja, davon gab es ein paar) hatte ich im Keller eine „Hoffnungskiste“. Dort bewahrte ich alle Schmuckstücke auf, die mir soooo gut gefielen und in die ich irgendwann mal wieder passen wollte. Sozusagen als Motivation.
  6. Erinnerungsstücke: Das Abi-T-Shirt, das Hochzeitskleid, der Strandrock aus Thailand… Jeder hat solche besonderen Stoffdinge. Wenn Ihr sie noch tragt, kein Problem, dann dürfen sie auch bleiben. Wenn Ihr sie aber nur behaltet, weil so viele Erinnerungen daran hängen, sollten sie an einem anderen Ort aufbewahrt werden. Vielleicht reicht auch schon ein Foto dieses Teils, um die Erinnerung lebendig zu halten. Oder Ihr findet eine kreative Lösung (zum Beispiel eine Patchworkdecke aus all den alten Erinnerungs-Shirts).

Fertig sortiert!!
Die schönen Stücke dürfen jetzt wieder in den Schrank zurück. Geschafft!
Was für ein herrliches Gefühl!
Ein übersichtlicher Schrank, in dem mir alles gefällt und alles passt!! Da macht das Anziehen morgens richtig gute Laune.

Jetzt zeige ich Euch mal meine Kleiderkommode: TaDa!!

Eine einfache weiße Kommode. Mit einem ganz einfachen System:

Oben links: Socken, Loggins, Strumpfhosen
Oben rechts: Unterwäsche
Schublade 1: Oberteile
Schublade 2: Hosen und Röcke
Schublade 3: Sport und Schlafen
Schublade 4: Schick und Malerklamotten (das passt doch super zusammen)

„Und da passen all Deine Sachen rein?“ Diese Frage wurde mir schön öfter gestellt. Und die Antwort ist: Ja, sogar gut. Und bisher musste ich auch noch nie nackig durch unsere Straße laufen. ;o)

Hier mal noch ein kleiner Einblick:

Links sind die langärmligen Oberteile, in der Mitte die T-Shirts und rechts die Tops.
Davor liegen noch meine beiden Strickjacken.

Die Stapel sind nicht besonders hoch. Aber es reicht. Sogar gut.
Natürlich sind nie alle Teile gleichzeitig im Schrank, da ja immer was am Körper, bzw. in der Wäsche ist. Weil bei uns (mit fünf Personen) die Waschmaschine so gut wie jeden Tag läuft, muss ich nie lange warten… schwuppdiwupp, alles wieder sauber.

Was ich mit der Zeit festgestellt habe ist, dass mir ein bestimmtes „Farbkonzept“ hilft. Das sieht man an den Fotos oben ganz gut. Ich habe vor allem neutrale Farben (Grau, Dunkelblau) und dazu noch grünblaue Farbtöne. Einerseits sind das einfach meine Lieblingsfarben und anderseits hat das den Vorteil, dass praktisch alles zueinander passt.

Das ist für mich im Moment ganz stimmig, aber es könnte durchaus passieren, dass ich mich irgendwann an diesen Farben satt gesehen habe und plötzlich nur noch in Gelbtönen oder Papageien-bunt rumlaufe. Mal sehen.

 

Bei den Unterteilen sieht es ganz ähnlich aus: Links die Röcke, in der Mitte die Hosen und rechts die Kleider.

Die Bilder von den Socken und den Schlafhosen erspare ich Euch. Ist auch nicht so spannend, aber das Prinzip ist das gleiche.

Mein Mann hat übrigens die gleiche Kommode, direkt daneben. Das sieht sehr nett aus. Und passt perfekt in unser kleines Schlafzimmer im Dach (mit ganz viel Schräge, da hätte eh kein Kleiderschrank reingepasst).
Er toppt mich übrigens noch, denn in seiner Kommode wohnt auch noch unsere Bettwäsche. Aber er hat ja auch keine Röcke und Kleider.

Und ein letzter Tipp:  Geht doch mit einer Freundin gemeinsam durch euren Schrank. Die Erfahrung zeigt, zusammen macht es viel mehr Spaß  und das Ergebnis konnte sich auch immer sehen lassen!

 

 

 

 

 

 

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