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Unser Kleingeld-Rudi

Vor vielen Jahren haben uns gute Freunde einen blauen Bus geschenkt, eine Spardose. An den Fenstern klebten kleine Bildchen, Fotos von uns, wie wir aus dem Bus schauen. Und dieser Bus wurde „Rudi“ getauft, wie sein großes Vorbild (der echte Bus, eben dieser Freunde).

Rudi war uns über viele Jahre ein sehr treuer Begleiter und vor allem für die Kinder etwas Besonderes. Denn alles Kleingeld, was wir über hatten, gefunden haben, die Geldbeutel verstopfte,…. wanderte in Rudis unersättlichen Magen.
Bestückt wurde er fröhlich und gern, denn meine Kinder (und ich glaube, nicht nur meine) finden es besonders toll, kleine Münzen in den winzigen Schlitz zu stecken und dem Klimpern zu lauschen.

Unser Rudi war immer wieder mal randvoll. Dann wurde in einer großen Familienaktion der gesamte Inhalt auf den Esstisch gekippt, sortiert und gezählt. (Auch ein Highlight, für die Kids). Und dann wurde es noch besser:
Alles Geld, was sich in Rudi befand, wurde für etwas Besonderes im Urlaub ausgegeben. Für irgendetwas schönes, teures, lustiges, was wir sonst nicht gemacht hätten. Und Ideen dafür gibt es ja immer genug!

Und warum erzähle ich Euch das alles? Weil unserer Jüngsten vor ein Paar Tagen die Spardose aus der Hand gerutscht und zersprungen ist.

Sie war soooo traurig! Denn immerhin „gibt es Rudi schon mein ganzes Leben!“  Dabei war es ja keine Absicht. Denn Rudi hatte gut gefüllt stets auch ein ordentliches Gewicht. So wurde das Kind getröstet, Scherben von Münzen getrennt und eine alternative Lösung gesucht.

Während ich mir schon überlegte, was für eine neue Spardose wir besorgen könnten (denn klar war, irgendein Plastikschweinchen, wäre kein würdiger Ersatz gewesen), hatte mein Mann eine tolle Idee:

Ein einfaches Einmachglas mit einem wunderschönen „Rudi-Rest“. Mir gefällt diese Lösung sehr gut! Denn sie symbolisiert ganz viel, was mir (und auch meinem Mann) zur Zeit wichtig ist:

  • Wir wollen möglichst keine neuen Dinge in unser Leben einziehen lassen, die wir nicht dringend brauchen oder wirklich unwiderstehlich finden!
  • Wir wollen die Dinge wertschätzen, die wir haben. Und manchmal lässt sich mit etwas Kreativität ein Alltagsgegenstand (mit einer Scherbe) in etwas wundervolles verwandeln.
  • Ja, wir sind dafür bekannt, dass wir viel ausmisten. ;o) Aber es dürfen auch Erinnerungsstücke bleiben, einfach nur, weil sie uns glücklich machen.
  • Mir persönlich gefällt diese Lösung auch so gut, da das oben erwähnte Plastiksparschwein schon wegen seines Materials nicht meine erste Wahl gewesen wäre. Ich möchte mir über unseren Müll, vor allem den Plastikmüll mehr Gedanken machen. (Oh Gott, ich entwickle mich immer mehr zur Ökotante!)
  • Und dann ist da noch das Thema Geld. Man sagt ja „Kleinvieh macht auch Mist“ und da ist unser Rudi das beste Beispiel.
    Ich habe lange überlegt, ob ich auch das mit Euch teilen möchte (also nicht unsere Münzsammlung, sondern das Thema Geld): Es geht uns finanziell nicht schlecht, wir haben genug zum Leben, können uns auch Wünsche erfüllen und es bricht uns nicht das Genick, wenn der Kühlschrank kaputt gehen würde. (Es gab leider auch schon Zeiten, da war eine kaputte Waschmaschine der finanzielle Supergau! Schreckliches Gefühl!)
    Wir haben als Paar beschlossen, mal genauer hinzuschauen, wo wir Geld ausgeben und wo Einsparpotenzial vorhanden ist. Wir haben keine großen finanziellen Puffer und den ein oder anderen Kredit der abgezahlt werden möchte. Es ist also sicher sinnvoll und wichtig sich mit der wirtschaftlichen Situation unseres Kleinunternehmens „Familie“ auseinander zu setzen.
    Das Thema Geld ist schwierig. Das merke ich sogar jetzt beim Schreiben. Irgendwie wird darüber so viel geschwiegen. Ein großes Tabu! Über Geld spricht man nicht!
    Vielleicht habe ich auch deswegen das Gefühl, alle anderen haben irgendwie mehr oder können besser damit umgehen. Ist das so? Wirklich??
    Meine Erfahrung ist nämlich diese: Offenheit und Ehrlichkeit sind immer besser. Wenn mehr Leute ganz frei über Ihre Sorgen (ganz egal welcher Art) reden würden, ohne Angst davor haben zu müssen, dafür verurteilt zu werden, dann würden wir alle feststellen, dass wir nicht alleine sind. Und dem ein oder anderen Zuhörer würde ein Stein vorm Herzen fallen, weil auch er erleichtert sagen kann: Ich bin nicht alleine!

Das war also unsere „Rudi-Geschichte“. Mit einem klitzekleinen Exkurs in unsere Finanzwelt.

Habt Ihr denn auch eine Münzsammlung? Worin sammelt Ihr und wofür??

 

 

 

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